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<b>M. François Fillon</b>, Premierminister der Französischen Republik
M. François Fillon, Premierminister der Französischen Republik
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Grußwort des Premierministers der Französischen Republik

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

als mich Ministerpräsident Rüttgers kurz nach meinem Amtsantritt im Mai 2007 fragte, ob ich mit ihm die gemeinsame Schirmherrschaft über das Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahr 2008/2009 übernehmen würde, musste ich nicht lange zögern. Das deutsch-französische Verhältnis liegt mir von jeher am Herzen.

Es war die große Leistung des Rheinländers Konrad Adenauer und von General de Gaulle, die Sehnsucht unser beider Völker nach Aussöhnung erfüllt zu haben. Heute kommt uns die Aufgabe zu, das Erreichte zu pflegen und weiterzuentwickeln. Wir müssen das Interesse aneinander aufrecht erhalten und immer wieder neu wecken. Dabei geht es, heute wie damals, um eine Frage von höchster Bedeutung: Der Frieden ist erreicht, heute ist es an uns, Gemeinsamkeiten zu stärken und die Zukunft zu gestalten.

Die Deutsch-Französische Partnerschaft, das Florieren der Europäischen Union sind keine Selbstläufer, sondern müssen jeden Tag bewiesen, bestärkt und weiterentwickelt werden. Die Erfahrung lehrt, dass der Frieden zwischen ähnlich starken Nachbarn die Ausnahme, nicht die Regel ist. Uns darüber bewusst zu bleiben, ist unsere historische Verantwortung.

Auch wenn es um sehr Wesentliches geht, für den Alltag erfordert dies von uns letztlich nur alltägliches konkretes Handeln:

  • Wir wollen, dass sich unsere Kinder und Jugendliche kennen lernen.
  • Wir wollen Neugier wecken und das nachbarliche Fremde als Reiz empfinden.
  • Wir wollen Kulturaustausch und Spracherwerb fördern.
  • Wir wollen gemeinsame Forschung, Wirtschaftsaustausch und gegenseitige Investitionen unterstützen.

In dieser Hinsicht bin ich froh, in meiner damaligen Funktion als Erziehungsminister an einer der Errungenschaften der letzten Jahre mitgewirkt zu haben: Als Mitherausgeber am ersten Band des deutsch-französischen Geschichtsbuchs. Der in die Zukunft weisende Charakter dieser Initiative wird mir besonders deutlich, wenn Vertreter anderer Staaten dieses Ereignis mit einer Mischung aus Unglauben und Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Ich kann nur immer wieder dazu aufrufen, das Buch in den Schulen auch intensiv zu nutzen. Es beinhaltet einen wirklich neuen Ansatz, Geschichte zu betrachten. Die Geschichte Deutschlands und die Geschichte Frankreichs werden nicht einfach nebeneinander gestellt. Die Schüler lernen von Beginn an, die Wirklichkeit differenziert, komplex und aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.

Das Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahr ist ein Jahr des intensiven Austauschs mit einer Vielzahl von ehrgeizigen Veranstaltungen. Ein Vorhaben sticht für mich heraus: Wenn zum Tag der Deutschen Einheit im Oktober 2008 tausende Kinder aus diesem Bundesland an der „Nuit blanche“ in Paris teilnehmen, Theaterstücke aufführen, französische Freunde kennen lernen und dabei den Zauber der Stadt spüren – wovon sonst hätten unsere Vorfahren vor hundert Jahren träumen können?

Ich bin stolz darauf, hierfür Schirmherr sein zu können und wünsche von Herzen ein gutes Gelingen.

François Fillon

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