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<b>Jürgen Rüttgers</b>, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
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Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Premierminister François Fillon hat zusammen mit mir die Schirmherrschaft für das Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahr 2008/2009 übernommen. Mit dieser Initiative wollen wir die traditionell ausgezeichneten Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und Frankreich weiter ausbauen – und das auf kultureller, gesellschaftlicher und politischer Ebene.

Die enge Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich ist mir politisch und ganz persönlich ein Herzensanliegen. Deshalb werden wir zusammen mit unseren französischen Freunden in diesem Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen durchführen. Wir wollen dadurch Europa im wahrsten Sinne des Wortes vorleben.

„Zwei Völker, eine Zukunft“ hat Joseph Rovan 1986 eines seiner Werke genannt. Der Pionier der deutsch-französischen Verständigung nach 1945 erinnerte immer wieder daran, dass das Wohl unserer Völker eng aneinander gekoppelt ist.

Das gilt gerade auch in Zeiten der Globalisierung. In Europa gibt es keinen substantiellen Fortschritt ohne enge deutsch-französische Zusammenarbeit. Denn Europas Erfolgsgeschichte ist nicht zuletzt auch eine Geschichte der Verständigung zwischen Deutschen und Franzosen auf gemeinsame Ziele und Projekte.

Wer die europäische Integration vertiefen will, muss alles dafür tun, dass Deutschland und Frankreich weiter eng zusammenarbeiten. Beide Nationen haben vorgelebt, wie aus heftigster Feindschaft intensive Freundschaft wird. Sie waren immer der Motor der europäischen Integration. Sie müssen es auch in Zukunft sein. Hierzu zählt für mich gerade auch das Eintreten für eine europäische soziale Marktwirtschaft als Angebot Europas an die globalisierte Welt.

In keinem anderen deutschen Land außerhalb Berlins gibt es so viele französische Einrichtungen wie in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Generalkonsulat und der Wirtschafts- und Handelsabteilung in Düsseldorf, den Honorarkonsuln in Aachen und Münster, den Kulturinstituten in Düsseldorf und Köln sowie den Kulturzentren in Aachen, Essen und Bonn verfügen wir in Nordrhein-Westfalen über eine hervorragende französische Präsenz. Nordrhein-Westfalen ist der mit Abstand wichtigste Standort für französische Unternehmen und auch Studienstandort Nr. 1 für französische Studierende in Deutschland. In Kunst und Kultur pflegen wir besonders enge Austauschbeziehungen.

Beinahe alle kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen haben eine Partnerkommune in Frankreich – und auch sehr viele kleinere Städte und Gemeinden. Ein derart dichtes Beziehungsnetz auf der örtlichen Ebene besteht mit keinem anderen Land der Welt. Besonders stolz können wir heute auch auf die fast 900 Partnerschaften sein, die zwischen Schulen aus Nordrhein-Westfalen und Frankreich bestehen. Das ist im innerdeutschen Vergleich ein einsamer Spitzenwert.

Eine wichtige Säule unserer bürgergesellschaftlichen Beziehungen sind nicht zuletzt die zahlreichen deutsch-französischen Vereine und Freundeskreise. Wir haben auch ihnen angeboten, sich an unserer Initiative zu beteiligen. Sie haben darauf mit großer Begeisterung und einer Fülle bemerkenswerter Ideen und Projekte geantwortet.

Neue Impulse für die deutsch-französischen Beziehungen können nicht von Nordrhein-Westfalen alleine ausgehen. Aber hierbei kann und will unser Land einen wichtigen Beitrag leisten. Das ist der Kerngedanke, das ist das Ziel unserer Initiative zu einem Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahr. Wir wollen kein Strohfeuer entfachen, sondern etwas Nachhaltiges schaffen.

Es ist alles andere als selbstverständlich, dass ein französischer Premierminister sich die Initiative eines deutschen Bundeslandes zu Eigen macht. Dass Premierminister Fillon sich dazu bereit erklärt hat, zeugt von der Bedeutung unseres Vorhabens für die Beziehungen zu Frankreich. Es zeugt aber auch von einem „Kulturwandel“ in der französischen Politik nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Staatspräsidenten.

Zwei Nachbarländer, „dazu geschaffen, einander zu ergänzen“, hat Charles de Gaulle einmal den Charakter der deutsch-französischen Freundschaft beschrieben. Lassen Sie uns in diesem Sinne gemeinsam dafür arbeiten, dass das Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahr ein großer Erfolg wird. Lassen Sie uns dazu beitragen, die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland zu vertiefen. Lassen Sie uns versuchen, unsere Freundschaft auch im Alltag zu leben.

Jürgen Rüttgers

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