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| Landschaftspark Duisburg Nord illuminiert, ® M. Vollmer |
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Die vom M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst in Nordrhein-Westfalen in der Cité de l’architecture et du patrimoine präsentierte Ausstellung beschreibt die Metamorphosen einer ehemaligen Industrieregion, genannt Ruhrgebiet. In einer großen Bild-und Lichtinstallation schildert sie die Prozesse, die die IBA Emscher Park in der Region angestoßen hat und die bis heute anhalten.
Kunst und künstlerische Interventionen spielten bei der Transformation zwischen Ruhr und Emscher eine zentrale Rolle und haben entscheidend zu einer neuen Identifikation mit der Region beigetragen. Deshalb wurde der international bekannte, in Nordrhein-Westfalen tätige Konzeptkünstler Mischa Kuball eingeladen, in einer künstlerischen Installation die Transformation des Ruhrgebietes zu reflektieren. Mischa Kuball schuf unter anderem die Lichtellipse rund um die Fortbildungsakademie Mont-Cenis in Herne, ein gemeinsames Projekt des französischen Architekturbüros Jourda & Perraudin und „Yellow Marker“.
Projektion Ruhr
Mischa Kuball wird auf den Boden des schmalen,
leicht gekrümmten Ausstellungsraums der Cité einen „Teppich“ aus Lichtkegeln
projizieren, der aus Bildern, Bildausschnitten und Filmsequenzen entsteht: Aus
Bildern also, die die Transformationsgeschichte des Ruhrgebietes erzählen;
Bilder, die die Identität dieser Region prägen. Das Motiv des Teppichs reflektiert
die enorme Flächenausdehnung des Planunsgebietes der IBA Emscher Park. Das
Gebiet hat in Ost-West Richtung eine Ausdehnung von 70 Kilometern und eine Breite
von circa 15 Kilometern, eingeschlossen waren 17 Städte.
Eine eigens für die Ausstellung komponierte Klanginstallation von Thomas Klein, inspiriert von Geräuschwelten der Region, wird den visuellen Eindruck verdichten.
Der künstlerische Ansatz von Mischa Kuball schafft einen emotionalen und atmosphärischen Zugang zum Thema. Die Lichtkegel erzeugen zunächst eine vielfarbige Lichtatmosphäre. Das Licht wird zum dominierenden Charakter der Ausstellung. Der Besucher ist aufgefordert, sich selbst in die Ausstellung einzubringen, indem er sich auf und in diesem Bildteppich bewegt. Die Bewegungen der Bilder und die gezielt gelenkten “Geräusche” werden sowohl seinen Blick als auch sein Fortschreiten im “Bilderstrom” beeinflussen. Dabei macht er zunächst die Erfahrung, die einzelnen Eindrücke auf den ersten Blick nicht genau erfassen und unterscheiden zu können, denn im Lichtkegel der Projektionen erscheinen die Bilder durch Farbe, Verzerrung und Überschneidung verfremdet. Die Brechungen führen zu Irritationen, die durch die plurale Sinneserfahrung noch intensiviert werden. Diese Überraschungen werden den Besucher anregen zu schauen, sich einzulassen auf die Bilder und dann zu verstehen. So nähert er sich – eher unbemerkt – auf der sinnlichen Ebene dem Inhalt, der seinen Intellekt herausfordert, dem großen Thema der Metamorphose einer ganzen Region.
Innerhalb der Gesamtprojektion werden sechs Leitmotive thematisiert: Ruhrgebiet, Baukultur, Industriekultur, Industrienatur, Kunst und Planungskultur. Das sind die wichtigen Themen der IBA Emscher Park, die den Transformationsprozess geleitet haben. Die Leitmotive werden durch Statements vertieft, verfasst von Persönlichkeiten, die den “Wandel ohne Wachstum” des Ruhrgebietes angestoßen und geprägt haben. Für die Menschen im Gebiet zwischen Ruhr und Emscher bedeutete dies Wandel, Aufbruch, Umbruch, Verlust, Identifikation, Heimat, Kommunikation und Internationalität. Diese Begriffe werden in die Projektionen mit eingeflochten und sollen übergeordnete Zusammenhänge verdeutlichen. Es sind Erfahrungen, die allen Transformationsprozessen eigen sind. Der Besucher kann so seinen eigenen Assoziationen nachgehen, aber auch eine Verbindung zu dem gerade in Paris diskutierten Wandlungsprozess der Metropolregion der Stadt ziehen.
Die Lichtinstallation “Projektion Ruhr” von Mischa Kuball versucht die komplexe Transformationsgeschichte einer ganzen Region in ihren vielen Facetten erfahrbar zu machen. Für eine vertiefende, sachliche Information stehen dem Besucher weitere Medien zur Verfügung.
Kommunikatoren und
Internetseite
In der Ausstellung begleiten den Besucher „Kommunikatoren“, die Fragen
beantworten und Auskunft zur IBA Emscher Park und dem Ruhrgebiet geben. Die
Irritation des Besuchers, Teil einer künstlerischen Installation zu sein, soll
genutzt werden, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Die IBA war ein
Planungsinstrumentarium, bei dem der Dialog mit den Menschen eine wichtige
Rolle gespielt hat. Dieser Aspekt soll durch die Kommunikatoren noch einmal
belebt werden.
Eine Internetseite mit Fakten und Informationen zur Geschichte der Internationalen Bauausstellungen und insbesondere der IBA Emscher Park sowie einer Beschreibung der wichtigsten Projekte der IBA Emscher Park wird eingerichtet und steht den Besuchern in der Ausstellung zur Verfügung. Darüberhinaus wird es eine kleine Bibliothek mit vielfältiger Lektüre zum Thema geben.