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Pressemitteilungen

16.06.2009

TRANSFER FRANCE – NRW

Schirmherr: Ministerpräsident des Landes Nordrhein Westfalen Dr. Jürgen Rüttgers

I. Einführung

1. Der „Transfer“ – das internationale Künstler- und Kunstaustauschprogramm
Seit 1990 betreibt das NRW KULTURsekretariat mit dem „Transfer“ ein mehrjähriges internationales Künstler- und Kunstaustauschprogramm mit wechselnden Partnerländern und ihren Institutionen. Beim „Transfer“ geht es darum, künstlerische Entwicklungen zu fördern und unterschiedliche Kunstszenen miteinander in einen Diskurs und Austausch zu bringen. Der „Transfer“ regt kulturelle Verbindungen an und bezieht dabei die Eigenarten der kulturellen Landschaften im Allgemeinen und der Kunstszenen im Besonderen in den künstlerischen Dialog ein.


2. Das Gastland des 8. „Transfers“ ist Frankreich
Die Beziehungen zu dem Nachbarn im Westen sind seit Jahrzehnten vielfältig entwickelt, insbesondere die gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Impulse fungieren als europäischer Motor. Auch die kulturellen Verbindungen gelten als intensiv, wofür bereits die Zahl der Instituts Français und der Goethe-Institute ein Indiz ist.

Dennoch ist zu beobachten, dass im Bereich der Kunst diese Beziehungen nicht allzu weit gediehen sind. Jean-Hubert Martin in Düsseldorf (ehemals museum kunst palast) oder Werner Spies in Paris müssen als Einzelfälle gesehen werden, während von einer strukturellen oder inhaltlichen gemeinsamen Arbeit recht selten die Rede sein kann.

An diesem Punkt setzt der „Transfer“ an: Sowohl die Kunstszenen als auch die Künstler sollen mit dem Austauschprojekt in stärkere Berührung geraten. Dafür ist die Beschränkung auf jeweils drei Einrichtungen und Städte in beiden Ländern ein wichtiger Garant für die Intensität und Direktheit von Kontakten und Begegnungen. Das Kernstück des Projekts ist neben den Schaffensprozessen und Ausstellungen die Fortdauer begonnener kommunikativer und künstlerischer Prozesse, die weit über den Projektzeitraum hinaus anregt und zu neuen Ergebnissen führt: zu weiterem Austausch und zu veränderten Positionen. Kommunikatives Handeln auf der Grundlage originärer Erfahrungen tritt dabei an die Stelle von gern reproduzierten Außenansichten über vermeintlich Bekanntes, durchdringt das Urteil über Kunst und Künstler des Partnerlandes. Dadurch kann ein dichter Prozess mit nachhaltigen Wirkungen auch über das Projekt hinaus entstehen, wie die auch bei den vergangenen „Transfers“ beobachtet werden konnte.

Sieben Mal gab es dieses renommierte binationale Austauschprogramm bereits: Mit der Noch-DDR begann es, später waren u.a. Italien, Polen, Spanien, Israel und zuletzt die Türkei die Partnerländer.


3. Der Prozess
Das Konzept wurde für den 7. „Transfer 2005 – 2007“ überarbeitet und hat sich in dieser Form bewährt. Das Verfahren auch des 8. „Transfers“ mit Frankreich ist damit erprobt:

Mit der Erkundung der Kunstszene in Frankreich beginnt der „Transfer France – NRW“. Das NRW KULTURsekretariat entwickelt Beziehungen mit Partnereinrichtungen und Städten. In Nordrhein-Westfalen standen bereits früh die Museen in Dortmund, Mönchengladbach und Mülheim bereit. Nach Abschluss der Recherchen in Frankreich sind jetzt auch die Städte und Regionen Nantes, Dijon/Bourgogne sowie Tourcoing/Nord Pas de Calais mit ihren einschlägigen Kunstzentren dabei.

Am Ende der nächsten Phase wird Mitte 2009 die binationale Künstler-Auswahljury stehen, die sich – unter dem Vorsitz des NRW KULTURsekretariats – aus den Leitern der beteiligten Museen zusammensetzt, die auch gleichzeitig als Kuratoren für die späteren Ausstellungen arbeiten werden.

Aus einer Vielzahl von Expertenvorschlägen werden sieben deutsche und sieben französische Künstler ausgewählt, die ab September 2009 in den Partnerinstitutionen der beteiligten Städte vorgestellt und danach zu zweimonatigen Aufenthalten eingeladen werden. Die dazu gehörigen Stipendien finanziert das NRW KULTURsekretariat, die beteiligten Einrichtungen sorgen für angemessene Unterbringung und Betreuung. Während dieser Aufenthalte werden die Künstler von Kulturschaffenden und ortsansässigen Künstlern in die Szene der beteiligten Städte einbezogen und mit Arbeitsmöglichkeiten ausgestattet.

Im Anschluss an die Aufenthalte reisen die Kuratoren in die Ateliers der beteiligten Künstler, um die abschließenden Ausstellungen (2010) vorzubereiten, die – jeweils eigenständig und unterschiedlich kuratiert – in den Partnermuseen beider Länder in NRW im Kulturhauptstadtjahr 2010 und in Frankreich in 2011 gezeigt werden.

Künstlergespräche und Kulturveranstaltungen zur Vermittlung und Intensivierung des Dialogs begleiten die einzelnen Projektphasen. Ein mehrsprachiger Katalog wird wieder den kreativen Prozess und die Ausstellungen dokumentieren.


4. Die Partner
Beteiligt am „Transfer France – NRW“ sind das Museum am Ostwall in Dortmund, das Städtische Museum Abteiberg Mönchengladbach und das Kunstmuseum Alte Post Mülheim an der Ruhr sowie das Musée des Beaux Arts de Nantes, das Musée des Beaux Arts de Tourcoing und das FRAC Bourgogne in Dijon. Auch das Kunsthaus Essen und das Künstlerdorf Schöppingen werden am Prozess beteiligt sein.

Beratend stehen dem NRW KULTURsekretariat u.a. das Institut Français in Düsseldorf sowie diverse Experten zur Seite.

Das Projekt ist eigenständiger Teil der „ARTENTION – Kultursaison Nordrhein-Westfalen in Frankreich 2008-09“.



II. Eckdaten

1. Projektablauf

2008
Feb./Dez.: - Sondierung der Partner in Frankreich in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern in NRW
- Auswahl und Benennung der Experten in Frankreich und NRW durch die Projektpartner


2009
Feb./Dez.: - Sondierung der Partner in Frankreich in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern in NRW
Jan./April: - Ermittlung und Einladung der potenziellen Künstler durch die Experten, Kuratoren, Museen und weitere Partner
27. April: - Bewerbungsschluss
April/Mai: - Vorbereitung der Jurysitzung
17. und 18. Mai: - Jurysitzung, Auswahl der Künstler
20 – 25. Sept.: - Kick Off France, Einführung des Projekts in die Öffentlichkeit
- Auswahl der Residenzorte durch die Künstler + Institutionen
5. – 8. Okt.: - Kick Off NRW Einführung des Projekts in die Öffentlichkeit
- Auswahl der Residenzorte durch die Künstler + Institutionen
Nov./Dez.: - 2-monatige Aufenthalte der deutschen Künstler in Frankreich mit Rahmenprogramm


2010
Febr./März: - 2-monatige Aufenthalte der französischen Künstler in NRW mit Rahmenprogramm
April/Mai: - Kuratorenreisen (Atelierbesuche der Kuratoren bei den beteiligten Künstlern in Frankreich und Deutschland)
Juni – Aug.: - Vorbereitung der Ausstellungen NRW/Erstellung des Katalogs
Nov./Dez.: - Ausstellungen in NRW, mit Vernissagen am 19., 20. und 21. November


2011
Erste Jahreshälfte: - Ausstellungen in Frankreich

Änderungen im Ablauf vorbehalten

2. Teilnehmer:
Künstler: Insgesamt 14 KünstlerInnen mit einem Bezug zu NRW und Frankreich: für NRW: Ivan Bazak (Köln), Freya Hattenberger (Köln), Christian Jendreiko (Düsseldorf), Karolin Meunier (Berlin), Thomas Mohren (Aachen), Rosaline Rannoch (Berlin), Jürgen Georg Stollhans (Köln); für Frankreich: Julien Bismuth (New York), Cécile Desvignes (Nantes), Dominique Ghesquière (Paris), Guillaume Leblon (Paris), Régis Perray (Nantes), Mathilde Rosier (Berlin, Bourgogne), Oscar Tuazon (Paris).

Projektträger:
NRW KULTURsekretariat
Direktor: Dr. Christian Esch
Projektleitung: Lidy Mouw

Teilnehmende Kunsteinrichtungen in NRW und Frankreich:
Museum am Ostwall (MO), Direktion: Dr. Kurt Wettengl Stadt Dortmund, Kulturdezernent: Jörg Stüdemann

Städtisches Museum Abteiberg, Direktorin: Susanne Titz Stadt Mönchengladbach, Kulturdezernent: Dr. Gert Fischer

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post, Direktorin: Dr. Beate Reese,
Kuratorin: Nadia Ismail Stadt Mülheim an der Ruhr, Kulturdezernent: Prof. Peter Vermeulen

Musée des Beaux Arts de Nantes, Direktorin: Blandine Chavanne

Musée des Beaux Arts de Tourcoing, Direktorin: Evelyne Dorothée Allemand

FRAC Bourgogne in Dijon, Direktorin: Eva Gonzáles-Sancho

Weitere Partner:
Projektpartner mit aktiver Beteiligung an den Künstler-Austausch-Prozessen: Künstlerdorf Schöppingen, Geschäftsführer: Dr. Josef Spiegel

Assoziierter Partner für gemeinsame Veranstaltungen Kunsthaus Essen, Leiter: Uwe Schramm

Medienpartner: WAZ Mediengruppe, Essen Coolibri

Beratung und Unterstützung: Institut Français Düsseldorf, Direktorin: Brigitte Borsdorf


3. Finanzen:
Die Projektgesamtsumme beträgt ca. 1 Mio Euro, die zum überwiegenden Teil vom NRW KULTURsekretariat und anteilig von den Partnern übernommen werden.

Ansprechpartner

Dr. Stefanie Jenkner
Pressereferentin Kultur
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stadttor 1
40219 Düsseldorf
tel: +49 211 837 11 36
stefanie.jenkner@stk.nrw.de

Bei aufkommenden Fragen zu den Veranstaltungen, z. B. was den Kartenvorverkauf o. ä. betrifft, bitten wir Sie die Homepage des Veranstalters/Veranstaltungsortes zu besuchen. Die entsprechenden Links finden Sie unter den Programmpunkten.




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