K20K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf – Ein Museum mit zwei Standorten
K20 Kunstsammlung am Grabbeplatz
Aufgrund ihrer hochrangigen Sammlungsbestände behauptet die 1961 gegründete Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen seit langem eine herausragende Position in der internationalen Museumswelt. Ihre qualitativen Schwerpunkte liegen in der Malerei der westeuropäischen und amerikanischen Moderne. Neben einem an die 100 Werke umfassenden Konvolut von Gemälden und Zeichnungen Paul Klees besitzt K20 hervorragende Einzelwerke von Pablo Picasso bis Joseph Beuys. Besonders reich ist der Bestand an Gemälden des Surrealismus. Von Julius Bissier existiert ein bedeutender Werkkomplex mit Zeichnungen und Tuschen. Den Schwerpunkt der Kunst der 1950er und 1960er Jahre bilden Werke der amerikanischen Kunst, von Jackson Pollock, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Andy Warhol u.a..
Die europäische Malerei mit Werken von Gerhard Richter, Per Kirkeby und Markus Lüpertz bildet einen weiteren Höhepunkt. Besonders hervorzuheben ist der Bestand von Werken Joseph Beuys’: Neben seinem späten Hauptwerk „Palazzo Regale“ (1985) vermitteln Zeichnungen sowie Installationen und Vitrinen aus der ehemaligen Sammlung Günter Ulbricht die Komplexität des geistigen und künstlerischen Kosmos dieses Ausnahmekünstlers.
Aufgrund notwendiger Sanierungsarbeiten sowie der Realisierung eines Erweiterungsbaus wurde das Haus am Grabbeplatz Ende April 2008 geschlossen. Die glanzvolle Wiedereröffnung ist für den Herbst 2009 geplant.
K21 Kunstsammlung im Ständehaus
Seit 2002 zeigt die Kunstsammlung – K21 – im Ständehaus, dem ehemaligen Parlamentsgebäude des Landes, internationale Kunst seit etwa 1980. Mit jeweils einer großen und kunsthistorisch bedeutenden Arbeit von Marcel Broodthaers und Nam June Paik werden spezifische Ausgangspunkte in den 1960er und 1970er Jahren umrissen. Erste Arbeiten zeitgenössischer Kunst wurden in der Gründungs- und Eröffnungsphase des neuen Hauses erworben, darunter Fotografien von Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth und Jeff Wall, sowie Videoinstallationen und skulpturale Arbeiten.
Im Juli 2004 erfuhr das junge Museum dank des Erwerbs der Sammlung Ackermans durch das Land Nordrhein-Westfalen eine substantielle und gleichsam maßgeschneiderte Erweiterung. Seit den 1980er Jahren zusammengetragen, sind hier Werke vereinigt, die in herausragender Weise wesentliche Aspekte der Kunst nach der postmodernen Wende veranschaulichen. Es handelt sich um weit über 100, teils großformatige Arbeiten: Fotografie, Skulptur, Installation, Video und Malerei. Im Zentrum stehen solche Werke, die das damals wiedererwachte Interesse an der Figuration, an der Erzählung, der Metapher und an der Faszination durch wirkmächtige Bilder zeigen. Eckpunkte der Sammlung sind Künstler wie Katharina Fritsch, Robert Gober, Paul McCarthy, Reinhard Mucha, Thomas Ruff, Thomas Schütte, Jeff Wall und Franz West. Mit einer Gruppe von Werken aus dem Bereich der Arte Povera (Jannis Kounellis, Mario Merz, Michelangelo Pistoletto) wird, ähnlich wie bei Broodthaers und Paik, der Anschluss an die vorausgehenden künstlerischen Strömungen und damit auch an das Programm von K20 anschaulich.