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ARTENTION
<b>«Anthropomorphe Landschaft»</b> Matthäus Merian Aquarelle aux alentours de 1650
«Anthropomorphe Landschaft» Matthäus Merian Aquarelle aux alentours de 1650
www.wernernekes.de
www.passagederetz.com
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Das Gesehene und das Geglaubte

Die Sammlung Werner Nekes


Datum: 01.06.2009 bis 25.06.2009
Ort: Passage de Retz, 9, rue Charlot, 75003 Paris
Partner: Passage de Retz
Kurator: Werner Nekes

„... Selten blickt man in einer Ausstellung in so viele entgeisterte, staunende, so lustvoll-neugierige Gesichter von jung und alt wie in der höchst unterhaltsamen Schau mit „Sehmaschinen und Bilderwelten“ aus der Sammlung des in Mülheim an der Ruhr lebenden Filmemachers Werner Nekes.

Hunderte von historischen Apparaturen, Automaten, Instrumenten, Installationen, dazu Stiche, Aquarelle, Fotografien und Filme erschließen in chronologischer Form und enzyklopädischer Fülle ein schier unerschöpfliches Arsenal der optischen Suggestionen. Die Ausstellung liefert üppiges Material für die Inszenierung von Sein und Schein, der vermeintlichen Tiefe des Raumes und der simulierten Bewegung in der Zeit. Das Panoptikum illustriert visuelle Animationen vom chinesischen Schattenspiel aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus bis zum „Scopitone“, dem filmischen Pendant zur Jukebox, das die französische Firma Cameca in den fünfziger Jahren entwickelt hatte: Groschengrab fürs Kintopp.

Die Ausstellung ist gleichermaßen populär wie theoretisch fundiert. Mustergültig verbinden sich Augenlust und Erkenntnisdrang. Der Reiz der manipulierten Wahrnehmung liegt stets in der Gewissheit des Trugbildes, in der sehenden Erfahrung wie bereitwillig und mit welch einfachen Mitteln auch immer sich das Auge all die „falschen“ Tatsachen vorspiegeln lässt - ob das nun der Dämon ist, der seinen Rachen aufreißt oder die Seifenblase, die auf dem Stroboskop aus dem neunzehnten Jahrhundert in den Himmel steigt.

Breiten Raum nehmen die unterschiedlichsten Spielarten der „Anamorphosen“ ein, die der perspektivischen Verzerrung auch im „Ames-Raum“ gesetzmäßige Gestalt verleiht – eine Erfindung, an deren Anfang Leonardo da Vinci steht. Barock und Rokoko machen daraus ein Gesellschaftsspiel und verfeinern die Techniken der Täuschung mit glatt polierten Metallkegeln, in denen sich das Sujet, auf dem Papier so platt wie ein Pfannkuchen, als naturgetreues Abbild spiegelt. Kleeblatt, Seiltänzer oder das Liebespaar beim Akt. Die Barock-Architektur delektierte sich an tonnenüberwölbten Korridoren, die sich nach hinten jäh verjüngen, um Länge und Tiefe vorzugaukeln.“

Georg Imdahl zur Sammlung Werner Nekes
Aus der reichen Sammlung von Werner Nekes ist eine Auswahl an Werken getroffen worden, die parallel zur Ausstellung im Grand Palais „La double image, d'Archimboldo à Dali“ gezeigt werden (Kurator Jean-Hubert Martin).

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