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ARTENTION
<b>«Sitzender Jüngling»</b>, 1916/17, ©Bernd Kirtz
«Sitzender Jüngling», 1916/17, ©Bernd Kirtz
www.lehmbruckmuseum.de
www.musee-orsay.fr
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Die Skulptur zwischen 1905 und 1919:

um Lehmbruck


Datum: 09.03.2009 bis 07.06.2009
Ort: Musée d’Orsay, 62 rue de Lille, 75007 Paris
Partner: Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum International Skulptur Duisburg, Musée d‘Orsay
Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), der bedeutendste Bildhauer der klassischen Moderne in Deutschland, erhielt die ihn prägenden Einflüsse auf seinen Reisen nach Paris ab 1907 und entfaltete sein Hauptwerk in den Jahren der Übersiedlung nach Paris ab 1910. Die Präsentation wird zur Hälfte Werke Lehmbrucks – neben seinen Plastiken auch Gemälde und Papierarbeiten – zeigen und diese Werke mit denen von rund 30 anderen Künstlern der Zeit in Paris konfrontieren (z.B. Rodin und Maillol, Picasso, Matisse, Brancusi, Archipenko und Modigliani).

Die introvertierte bis expressive Formgebung der Werke Lehmbrucks erschwerte nach 1914 seine Rezeption durch ein breites Publikum des in Frankreich (im Gegensatz zur Schweiz oder den USA) so gut wie unbekannten Künstlers. Aber auch die mentalgeschichtlichen Folgen des Ersten Weltkrieges, die von den Katastrophen des Zweiten Weltkrieges (s. den Begriff des „Erbfeindes“) noch einmal verstärkt wurden, verhinderten die Rezeption Lehmbrucks in Frankreich, das die Nennung deutscher Künstler nach dem Ersten Weltkrieg vermied und später noch einmal problematisierte. In dieser Hinsicht schließt diese Ausstellung erstmalig eine kulturelle Lücke um das Wissen von Lehmbrucks Kunst in Frankreich. Sie kann zugleich als spätes Manifest einer politischen Aussöhnung gesehen werden und zwar am Werk eines Künstlers, der die frühesten Anti-Kriegs-Darstellungen der Moderne überhaupt schuf („Der Gestürzte“ und der „Sitzende Jüngling“).

Zugleich beseitigt die Aufarbeitung von Lehmbrucks Werk und seiner Zeit in Paris mit dem Musée d’Orsay, dem Deutschen Forum in Paris und der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum als Beteiligte ein Desiderat, das überhaupt erst durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts entstehen konnte und für das das Werk Wilhelm Lehmbrucks eine neue Plattform in Frankreich und Europa erschließt. Ein Gremium von Museumsfachleuten und Hochschullehrern zeichnet für den zu erarbeitenden, mehrsprachigen Katalog verantwortlich. Die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum und die Erben Lehmbrucks (Lehmbruck Nachlass) werden als Hauptleihgeber sicherstellen, dass Wilhelm Lehmbruck mit seinen gesamten Hauptwerk vertreten sein wird.

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